Hallo Oberburg – Peace, Love and Rock’n Roll für Kolumbien einstellen!

Ja, ja ich weiss. Das mit Oberburg und Zentrum der Welt glaubt mir keiner. Aber ich, Christoph Divico Fankhauser, sage euch, dass in diesem wunderschönen Emmentaler Kaff die Fäden der Welt zusammen kommen. Von hier aus wird dann alles gesteuert! Und nun soll der Schnürrli-Mann in Oberburg einmal kräftig am „Love, Peace and Rock’n Roll“ Schnürli für Kolumbien ziehen. Hey Junge, nicht nur so ein bisschen züpferlen, nein, richtig fett dran rupfen. Die Boys und Mädels hier in Kolumbien können das sicher brauchen!

Nach Jahren von Guerilla Terror, Drogen Sumpf und Korruption, steht das Land wieder einmal an einem Scheideweg. In jahrelanger Kleinstarbeit ist es gelungen, mit der einflussreichen Terrorgruppe Farc einen Friedesvertrag abzuschliessen und beim Volk durch zu boxen, nicht ohne Schwierigkeiten! Die bösen Jungs haben dann ihre Knarren und Feuerrohre abgegeben und lassen sich vom Staat nun auf die Wiedereingliederung in die Gesellschft vorbereiten. Super Sache wirst du nun sagen und ich glaube, dass du Recht hast!

Aber so einfach ist ein nachhaltiger Frieden in Kolumbien offenbar nicht zu haben. Während die bösen Farc-Jungs nun damit beschäftigt sind, nette Bürger zu werden, ist in ihren ehemaligen Einflussgebieten ein Machtvakuum entstanden. Der Regierung ist es offenbar nicht gelungen, mit dem Militär und der Polizei diese Lücke zu schliessen und nun sind andere böse Buben daran, sich dort wieder einzurichten. Dazu muss man wissen, das Kolumbien viele Gebiete hat, die ziemlich „ab vom Schuss“ sind. Diese liegen oft im Dschungel und sind nur schwer zugänglich. Die Stimme Bogotas über Recht und Ordnung ist dort nur noch als warmes Lüftchen zu vernehmen…

Alles wartet nun darauf, was nach dem Friedensvertrag nun passiert. Alle hoffen, dass die Versprechungen „mit dem Vertrag geht es uns besser!“, eingelöst werden. Bisher hat die Regierung nicht briliert mit der Umsetzung. Erwartet wurde ein besserer Anschluss dieser Gebiete an Kolumbien, bessere Infra, Jobs, Rechte und Schutz. Passiert ist offenbar zu wenig.

In diesem Kontex sind nun die Wahlen in Kolumbien vor einigen Tagen über die Bühne gegangen. Wir sind in Bogota gerade gelandet und alles ist dicht. Es gibt am Wahltag in Bogota keinen Alkoholausschank, alles ist dicht. Polizei hier, Militär dort, alle mit diesen coolen, feuerspeienden Zauberstöckchen umgehängt. Die Stimmung ist aber ruhig und die Menschen flanieren friedlich.

Ich habe dann noch laut „Fänki for president“ geschrien, aber nur ein streunender Hund ist auf mich aufmerksam geworden und hat mich umgarnt. Ok, nach Kuba und Costa Rica wird’s wohl auch in Kolumbien nichts mit meiner Wahl zum Präsidenten. Nun ja, die Mädels und Jungs hier wissen ja nicht welche Chance sie hier vergeben.

img_20180601_1014432355754893467690764.jpg

Anstelle Fänki zu wählen, können sich die Kolumbianer nicht entscheiden zwischen verdammt recht (Si sigñor DUQUE!) und dem linken PETRO (eh. Revolutionär?). Es kommt zu einem 2. Wahlgang und der hat Farc-Zündstoff. Sigñor Duque will zwar der Friedensvertrag übernehmen, die Farc Führung soll aber, entgegen des Freidensvertrages, in den Knast. Das wird mit Bestimmtheit Ärger geben.

img_20180531_121001_crop_320x247~23711861265108202929..jpg

Sigñor Petro dagegen will die Farc an der Regierung teilhaben lassen, was ja auch Sinn machen könnte. Wobei sich natürlich die Bevölkerung schon die Frage stellen muss, ob die Guerilla-Kämpfern einfach so schadlos davon kommen sollen. Wäre wohl nicht so förderlich für die Glaubhaftigkeit von Recht und Ordnung. Meine Wahlversprechen „Peace, Love and Rock’n Roll“ wäre da doch viel verständlicher, oder nicht?

In diesem Kolumbien, dass nun gespannt auf seine Zukunft wartet, sind wir also seit einigen Tagen unterwegs und haben Grossartiges erlebt. An die Polizei und die Militärs haben wir uns inzwischen gewöhnt und wenn uns der Sicherheitsmann in voller Kampfmontur mit einem breiten Lächeln seine farbige Zahnspange zeigt (die kriegen die wohl alle in der Rekrutenschule verpasst), sagen wir locker, „Hola, amigo. Como esta?“.

2 Gedanken zu “Hallo Oberburg – Peace, Love and Rock’n Roll für Kolumbien einstellen!

  1. Hallo ihr 2! Euch geht’s offensichtlich bestens und das freut unser Emmentaler Herz.
    Ich habe drum jetzt auch so ein Tablett, wo ich ab sofort die besamten Emmentaler Kühe eintragen muss. Aber damit kann ich jetzt auch ganz andere Sachen machen, wie z.Bsp.eure Bildchen und Gschichtli durchsehen. Endlich bin ich auch noch im
    digitalen Zeitalter angekommen…Die Kommentare von Chrigu sind der Hit, sie sind sehr witzig, meistens erstaunlich geistreich und nebenbei auch noch ein wenig informatif.
    Hasta la vista companeros!!

    Like

    1. Hola Oberburg!
      Schön, wenn die Berichterstattung gefällt, das spornt an, neue Stories zu verfassen. Loco, loco (verrückt, toll, …) schadet nicht, wenn man so unterwegs ist, wie wir es sind. Und das färbt dann zuweilen ab auf den Inhalt. Dieser ist manchmal vielleicht nicht messerscharf recherchiert, aber ich schreibe einfach das, was ich von den Leuten hier erfahre und erlebe, mit aller Unschärfe, die so eine Fremdsprache mit sich bringt – hasta luego, hermano!

      Like

Hinterlasse eine Antwort zu Fänki Antwort abbrechen