Also es gibt auf einer Reise so Erlebnisse, die sich keiner wünscht! Und genau davon handelt dieser Post.
1. Mai, Tag der Arbeit. Für die Weltenbummler Fänkis ist das ein Reisetag. Da wir ÖV nutzen, dauert ein Standort-Wechsel immer etwas länger, als wenn man einfach in den Mietwagen steigt und zur nächsten Location braust.
Der besagte Tag startet um 0830 Uhr, Julius Caesar (ohne Scheiss, der heisst so!) holt uns in der Rinconcito Lodge ab und wir fahren 1h nach Liberia an den Bus-Terminal. Dort steigen wir aus und verabschieden uns von Julius mit Selfi, Umarmung und so. Ein Typ will uns sein Taxi aufschwatzen, bietet uns die Reise nach Arenal für 90$ (Bus kosten uns einen Bruchteil davon). Wir erklären ihm, dass wir mit ÖV reisen wollen, es folgt eine Debatte hin und her, bla, bla, bla und schlussendlich sitzen wir im Bus mit unseren beiden Tagesrucksäcken und die Reisetaschen im Schlund des Buses verstaut.
Soweit, so gut, keine Panik auf der Titanik, Bus fährt und wir geniessen die vorbeiziehende Landschaft

Bis dato alles in Butter
Eine Stunde später, Ankunft in Cañas und hier fängt das Desaster an. Aussteigen, Koffer schnappen, Belagerung von Taxi-Anbietern durchbrechen, wo fährt der nächste Bus, wann fährt das Ding und so weiter und so fort. Bus gefunden, Ticket bein Driver kaufen, Preis in Dollares bezahlt, Rückgeld in Colones, Koffer verstaut, Platz gefunden, Bus fährt ab, desfrutar – herunter fahren.
Dann plötzlich Panik: Judith bemerkt, ihr Tagesrucksack fehlt, Scheisse! Wir gehen zum Driver und klagen unser Leid. Grübel, grübel und studier, „el marrón mochila“ liegt noch im Gepäcknetz über dem Sitz im soeben verlassenen Bus – der GAU ist eingetroffen!
Chauffeur hält den Bus an, nimmt sein Handy, telefoniert und meint, wir sollen aussteigen und zu Fuss zurück zum Busterminal wandern und dort sei vor der Toilette eine Frau, die werde uns weiter helfen.
Bus ist voller Passagiere, wir zwängen uns mit unseren Rolltaschen durch’s Gedränge und ausser uns, finden das wohl alle amüsant. Aussteigen, Bus fährt fort und wir stellen fest, es fehlt nicht nur der Tagesrucksack von Judith, sonder auch mein Rucksack ist weg – Shit happens im Quadrat. Wie ich bin, keine Ahnung seit wann ich den Rucksack nicht mehr habe. Die Aufregung bei mir ist gross, meine Frau, die Krankenschwester, bleibt da etwas cooler.
10′ Marsch, den Busterminal auf Anhieb gefunden, MAPS.ME sei Dank. Grossen Leid klagen bei der Frau vor der Toilette. Die startet nun diverse Telefonate, mit wem sie telefoniert und was gesprochen wird, kommen wir nur in Brocken mit.
Judith und ich analysieren die Situation und kommen zu folgendem Schluss:
- Judiths Rucksack liegt im Gepäcknetz des ersten Buses
- Mein Rucksack wurde beim Balaver mit dem Taxidriver gestohlen
- Schaden hält sich in Grenzen, Geld und Ausweise sind noch hier, Tablet, Fotoapparate, Reisebücher und einiges Kleinzeugs ist weg
- Frust ist gross
Lucky Girl: Die vor-der-Toilette-Frau sagt uns, wir sollen am Terminal warten bis der erste Bus seine Tour abgespult hat und wieder hier vorbei kommt. Das grosse Warten beginnt und Wenn und Aber und hätten wir doch usw werden diskutiert. Bus kehrt nach gefühlten 10h zurück, in Wirklichkeit nach 90′ und … der Driver steigt aus und übergibt der sichtlich erleichterte Judith ihren Rucksack zurück. Der Rucksack wurde offenbar unterwegs, als sich die Busse dieser Line gekreuzt haben, vom einen Chauffeur dem anderen übergeben.
Lucky Fänki: Ok, die Reise kann weiter gehen, der Verlust beziffert sich inzwischen nur noch auf meinen Rucksack. Der ist gestohlen, wir sind einem Taxifahrer-Ablenkungsmanöver auf den Leim gegangen, Ärger und Unsicherheit machen sich breit. Wir warten auf den Bus, den wir ja schon einmal bestiegen hatten. Nach einiger Zeit kommt der Bus, gleicher Chauffeur wie beim letzten Mal, wir steigen ein und was sieht da mein Dioptrin-verschobenes-Adlerauge: Auf der Ablage beim Driver liegt ein weisser Rucksack, der verdammt ähnlich aussieht wie mein vermisstes Stück. Ich hatte den offenbar in aller Hektik beim „Notausstieg“ liegen gelassen.

Ende gut, alles gut! Das Gepäck ist wieder da
Tja lieber Leser, ob du’s glaubst oder nicht: Fänkis verlieren auf ihrer Lateinamerikareise am gleichen Tag zwei Gepäckstücke in unterschiedlichen Bussen und erhalten BEIDE wieder zurück – bei so viel Glück fehlen mir die Worte!
Mama mia, ich bin sprachlos!
Sehr abenteuerlich eure Busfahrten.
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