Coche heisst übersetz Auto und hat wohl einen Bezug zum Ausdruck «Pferdekutsche». An vielen Orten, die wir in Kuba besucht haben spielt sich der Hauptteil des Lebens auf der Strasse ab. Entweder man sitzt vor dem Haus (vielerorts im Schaukelstuhl) und schaut sich an, was da draussen so alles läuft, oder man ist als Fussgänger zu Fuss unterwegs oder mit einem Fahrzeug oder man ist mit dem Fuhrwerk on-the-road.

Viele Taxis in Kuba sind alte Ami-Schlitten
Da wir als Familie reisen, sind wir oft mit einem Particulares-Taxi unterwegs. Das sind „Einzelunternehmer“, die meist mit uralten Amischlitten ihren Dienst anbieten. Preis ist Verhandlungssache. Wir fahren so zwar teurer als mit dem Viazul-Bus (öffentlicher Fernbus), können so aber dennoch recht günstig reisen und uns genau dort hinfahren lassen, wo wir wollen. Es gibt daneben noch die staatlichen Taxis (Lada-Taxi), die sind aber dann deutlich teurer.
Diese Particulares-Taxis sind in vielen Fällen alte Amischlitten, die seit Jahren „in Fahrt“ gehalten werden. Da werden Traktormotoren eingebaut und Schaltgetriebe von Lastwagen eingesetzt und das ganze läuft unter der Kategorie „Dreckschleuder“. Einer dieser Taxidriver frage ich in Santiago de Cuba bei einem Bier nach dem Treibstofffverbrauch seiner Bolide. Er rechnet mir umständlich vor, wieweit er mit 2 Liter Most fahren kann. Hochgerechnet gibt das nach meiner Logik um die 30 – 40 Liter auf 100 Kilometer!
Auf Kubas Strassen fahren sehr, sehr viel museeumsreife Kisten herum, nicht nur die Taxis. Auch viele Lastwagen sind von der gleichen Kategorie und hüllen sich in dichten, schwarzen Rauch. Auf unserer Reise in Kuba habe ich glaube ich soviel Abgase „nasal“ konsumiert wie in meinem bisherigen Leben zusammen. Vor allem in den Städten ist den auch der Smog klar zu erkennen und gepaart mit der Hitze eine üble Sache. Wie dem auch sei, wir als Touristen aus Europa, die mit dem Flugi x-tausend Kilometer hier her gereist sind, dürfen uns ja auch nicht Umweltaktivisten nennen. Wir nehmens gelassen und haben uns, wenn wieder eine Smogwolke angerollt kamm zugerufen „Vorsicht Nsenkreps im Anmarsch“.
Das Leben auf der Strasse hat in Kube glaube ich einen wichtigen Stellenwert. Fast überall gibt es Leute auf der Strasse, egal ob du dich in einer Stadt, einem Dorf oder abseits auf der Landstrasse befindest. Viele Leute sitzen oft einfach vor ihren Häusern oder am Strassenrand und gucken etwas da so abgeht. Auch nachts ist immer jemand unterwegs. Erstaunlich ist auch, wie die Leute unterwegs sind. Mann ist zu Fuss unterwegs, oft irgend eine Last tragend. Dann sind viele mit dem Velo unterwegs oder auf dem Rücken eines Pferdes. Oft sieht mann auch Kutschen (wie im Wilden Westen) oder Fuhrwerke von Pferden, Kühen oder Ochsen gezogen.

Unterwegs auf Kubas Strassen, ein Abenteuer
Sehr erstaunlich ist auch die Autopista, die Autobahn. Ihr Zustand ist oftmals sehr kritisch, will heissen, voller Schlaglöscher. Das ist im Westen Kubas mehr der Fall als im Osten. Generell sind die Strassen von der Klasse „Römerstrasse“. Der Fahrer muss sich schon arg in Acht nehmen, dass er seine Stossdämpfer nicht schrottet. Und auf eben dieser Autopistat ist das Bild gleich wie auf einer normalen Landstrasse – viel los! Da gibt es Fussgänger (auf der Autobahn!), da gibt es alle Arten von Fuhrwerken und RAdfahrer und man darf sich nicht wundern, wenn eines dieser Fuhrwerke die Fahrbahn kreuzt oder eine Velofahrer auf der Übrholspur entgegen kommt. Der Kubaner sagt in solchen Fällen einfach „Tranquilo!“

und noch so eine Kutsche