Menschen auf unserem Weg

Keine Frage: Auch in Costa Rica haben wir mit unserer Art zu Reisen wieder einige tolle Bekanntschaften gemacht. Als Oldies-Backpackers fallen wir gelegentlich ab, resp. auf. Sei es im Hostel zwischen den 20-Jährigen oder sei es im Überlandbus zwischen den Einheimischen.

Als erstes fange ich im Hostal „Pura Vida“ in Liberia an: Vorhang auf für Gloria!

Wir haben in ihrem Hostel nur eine Nacht verbracht und dennoch haben wir sie kennen und schätzen gelernt. Unser junger Freund Mauro aus Thun, er hat uns auch 2 Wochen in Kuba begleitet, hat uns das „Pura Vida“ empfohlen. Und so sind wir ohne anzumelden, nach der Ankunft mit dem Bus, schnurstracks aufs Hostel zugesteuert. Und es hatte noch Platz, in einem 4er Schlag mit 2 Kanadierinnen zusammen. Gloria ist uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden und wir haben hier auch zum ersten Mal selber ein Nachtessen zubereitet. Einfach aber fein! Merci Gloria für die kurze, aber wertvolle Zeit!

Und Gloria hat uns auch gleich den nächsten, spannenden Zeitgenossen vermittelt – Julius Cesar, der Taxifahrer. Er war Ausgangspunkt für die unglaubliche Geschichte „Feliz Chicos„.

Er hat uns in seinem Hyundai-Irgendetwas-Sport von Liberia zur etwas abgelegenen Rinconcita Lodge in der Nähe des Rincon de la Vieja Nat. Parkes gefahren. Auf der Fahrt haben wir versucht mit ihm auf spanisch ein Gespräch anzuzetteln und wie das funktioniert hat! Wir haben viel über sein Projekt einer eigenen Lodge, seine Familie und die Absicht, eine Familienkutsche zu erwerben, erfahren. Darüber hinaus hat er sich als Spanischlehrer bewährt. Mit unendlicher Geduld hat er uns korrigiert und uns erklärt, wie man es in Spanisch richtig sagen würde. Wir haben Julius jedenfalls auch für die Rückreise wieder engagiert.

Ja und hier kommt nun das Powerpack Dirk. Er ist Deutscher, hat in Costa Rica die Liebe seines Lebens gefunden, geheiratet und es sind zwei süsse Kinder entstanden. Dirk ist Koch und seit einigen Jahren der Betreiber der Ceiba Tree Lodge.

Angefangen hat unsere gemeinsame Zeit etwas speziell. Nach unserer Story „Feliz Chicos“ sind wir mit dem Bus von Tilaran hergefahren und haben den Fahrer gebeten, uns 6 km nach Arenal an der Ceiba Tree Lodge aussteigen zu lassen. Es ist in Zentralamerika offenbar üblich, dass man bei öffentlichen Bussen unterwegs immer zu- und aussteigen kann. Gesagt getan, Bus hält, Fänkis steigen mit Sack und Pack aus, Adios und Gracias zum Driver, Bus fährt los und fertig, basta.

Einige Meter entfernt ist unsere Lodge auch wirklich angeschrieben und ein Weg führt in den Wald, steil aufwärts. Weit und breit ist aber nichts von einer Behausung zu sehen – und wir stehen hier allein, weit ab vom nächsten Haus, am Waldrand an der Strasse, die Sonne scheint, es ist heiss. Wir tun – was wir in solchen Situationen immer tun – wir marschieren los.

Der Weg führt in der Falllinie den Berg hoch und die Rollkoffer bringen uns schon bald ins Schwitzen. Die Rollkoffer sind von der Art, dass sie Tragriemen haben und man den Koffer in schwierigem Gelände als Rucksack auf den Rücken schnallen kann. Aber hallo, soweit sind wir doch noch nicht, es kann immer noch schlimmer kommen.

Wir kämpfen uns da also eine gefühlte Stunde hoch, begleitet von tausend Geräuschen des Regenwaldes und erreichen dann irgendwann oben die äusserst schön gelegene Ceiba Tree Lodge. Keine 5 Minuten später braust auch Dirk mit seinem Suzuki-Jeep an und begrüsst uns freundlich, auf Deutsch natürlich.

Wir haben uns von Anfang an gut verstanden. Wir waren die einzigen Gäste der Lodge hoch über dem Arenalsee und es waren nur Dirk und sein Sohn (ca. 5 J) anwesend. Dirk ist begeisterter Fischer iA und jede freie Minute rast er an die Pazifikküste um seine Fischtechnik zu trainieren. Im Fischer WhatsApp-Chat werden dann fleissig Sprachnachrichten und Tipps ausgetauscht.

Er hatte uns empfohlen einen Mietwagen zu nehmen und hat uns mit nach Libera zum Vermieter TARGET genommen. Die Rally Paris-Dakar ist eine Spazierfahrt im Vergleich zur dieser Fahrt mit Dirk. In Liberia dann Coche gemietet und von jetzt an wurde das Herumreisen deutlich einfacher: Einsteigen, Zündschlüssel drehen und los brausen.

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