Keine Panik auf der Titanik, ich hab euch nicht vergessen, liebe Leser. „Pura Vida“ ist hier das Lebensmotto und steht sogar auf der lokalen Bierflasche drauf. San José liegt auf über 1000 Meter über Meer und ist von Gebirge umgeben. Wohl jeder 4. Costa Ricaner (sagt man denen so?) Lebt im Ballungsraum dieser Grossstadt. Naja, da ist dann halt auch ziemlich was los auf der Gasse…
Wir haben uns nur kurz ins Getümmel geworfen. Vom entschleunigenden Park Sabana sind wir die Paseo Colón runter gewandelt, haben dann die Avenida Central (Fussgängerzone) reingezogen und sind irgendwann in die Markthallen (Mercato Central) geflüchtet. Zu meiner Überraschung war das ein ganz interessanter Abstecher mit mehreren unterhaltsamen Gesprächen. Fazit: Judele hat einen tropentauglichen Hut und ich endlich eine Bauchtäschli (@Tim: Ich hab jetzt auch eines, ätschi-pätsch!).
Tja, und dann war da noch die Sache mit dem geballer in Nicaragua. Planwechsel, wir laßen das Land jetzt aus. Umplanen, neue Idee, Entschluss fassen, entscheiden. Wir sind Treibholz und lassen uns mit der Strömung ziehen, das Morgen kommen lassen. Schlussendlich steht die Richtung fest, es geht gegen Westen.
Und dann gehts weiter, mutig per öffentlicher Bus auf die Halbinsel Nicoya. Die Region läuft unter der Kategorie „Trockenwald“, Staubmaske empfohlen! Meine Güte, der Bus fährt um 0530 Uhr! Das nette Fräulein im Hotel hat noch gesagt, vorsicht, die Gegend vom Busbahnhof ist nicht safe, nur mit Taxi dorthin gehen. Eine für uns neue, ungewohnte Situation! Kuba war total sicher, auch wenn das Trump anders in die Welt heraus posaunt. In Costa Rica wird uns von allen Seiten zur Vorsicht geboten. Die Polizeipräsenz ist den auch, zumindest in der Hauptstadt, ziemlich gross.

Wo waren wir stehen geblieben? Ah, ja, öffentliche Busse in CR. Also das Busnetz, die Karren und alles tip-top, es hat nur einen Haken. Das Transportnetz wird von vielen Unternehmen betrieben und jeder hat seinen eigenen Fahrplan. Im Netz habe ich dann so etwas wie einen online Fahrplan für Costa Rica gefunden. Buchen und reservieren gibt’s (glaube ich) nicht und die Busse fahren ab unterschiedlichen Standorten pro Stadt. Uff, wie sind wir da mit unserer SBB-App verwöhnt!
Alles klappt aber bestens und wir geniessen die Fahrt und bestaunen die Gegend. Die Strasse ist anfänglich gut, aber dann wird’s wild. Indiana Jones würde das gefallen, max. Speed ca. 2xSchritttempe und noch etwas dazu. Also irgendwann kommen wir in Nosara bei den Surfer an der Pazifikküste an und sehen das Meer, welche wonne!

Eh ja, und wer sich nun fragt was der Titel des Blogs soll, dem kann ich folgende Botschaft überbringen: Hierhin hat es viele Schweizer verschlagen. Häuschenbesitzer, Handwerker, Künstler, Surfer, Surfer und nochmals Surfer. Wir werden div. Male auf berndeutsch, baslerdeutsch, Zürcher gibts auch, angesprochen. Und jeder Einheimische weiss, dass es da draussen irgendwo ein Land namens Schweiz oder eben Suiza gibt und es dort verdamt kalt sein muss. Die meisten sind dann überrascht, dass die Schwez kein Meer hat. Costa Rica ist die Schweiz von Mittelamerika.
