Zurück in der neuen, alten Welt…

Schwups und Kuba ist Geschichte. Abflug Havanna, Zwischenlandung Panama, meine Güte ist das riesig. Landeanflug entlang der Skyline, die Wolkenkratzer ragen in den Himmel und ein Heer von mächtigen Frachtern steht in Reih und Glied, wie eine Füsilier Kompanie beim Antrittsverlesen – damals, als man noch zum wehrhaften Schweizer ausgebildet wurde – bereit, um durch den Panamakanal auf die andere Seite der Welt zu schwimmen.

Ganz schwach sieht man die hunderten von wartenden Frachtern vor Panama

Beim Transferstop in Panama-City ist es dann offensichtlich: Alles blitz-blank, überall vermitteln Screens ein besseres, schöneres, glücklicheres, gesünderes, nachhaltigeres, erfolgreicheres, saubereres Leben, egal ob es um ein neues Smartphone, ein Parfum, WC-Papier oder ein XXL-King-Size-Turbo Hämbi geht. Und, claro, überall bewegliches… mobiles Interdings zum spielen, sich auszutauschen, sich möglichst viele Likes oder Grimassenbildli und so Stuss zusenden zu können. Das nennt sich denn kommunizieren.

Meine Güte und was ist das schon wieder? Da räckelt sich ein Tussy vor einer Plakatwand mit irgend einer weissen Beach und Palmen drauf, zeigt ihre blitz-blanken Edelstein verzierten Beisserchen. Ihr Vorbau ist das Ergebnis modernster S-Chirurgie und ihr Kleidchen kommt aus der Kollektion „wir sind gegen Kinderarbeit, bei unseren Produkten müssen die flinken Fingerchen weniger Textil zusammen nähen“. Uff ein langer Satz, gell? Und diese Diva lächelt also vor diesem Plakat in das, an einem Dingsbums-Stab befestigte Handy und knipst die Memorie Karte voll.

Die „moderne“ Welt hat mich wieder, irgendwie hatte ich in den letzten Wochen all diese Errungenschaften gar nicht vermisst, bei meiner Zeitrese nach Kuba. Ok, lieber Leser: Du wärst natürlich nicht in den Genuss meiner packenden, literarischen Werke gekommen, hätte dieser schlaue Berns Lee dieses WWW Zeugs im CERN nicht gebastelt. Aber würdeat du dich jetzt schlechter fühlen ohne die kleinen Geschichtli von Fänki Schwäyz? Keine Angst Babies, ich bin hier in Kube nicht zum Moralapostel geworden und werde nun alle Wände mit anti Fortschritts Parolen voll sprayen.

Apropos Pop-Art: Während wir in Kuba waren, hat ein junger thuner Sprayer unser Garagentor veredelt – Saubere Arbeit, Leo!

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Also weiter im Text, Judele und ich watscheln also hier in Panama durch den Transferbereich, heben dann ab Richtung San José. Beim Anflug glauben wir, wir sähen nicht richtig: Da draussen sieht’s ja aus, als würden wir Belp anfliegen! Hügeliges, grünes Land und viel los auf den Autostrassen.

Liebe alte, neue Welt: Du hast uns wieder! Auf geht’s zu neuen Abenteuern in Costa Rica.

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