Hasta la Victoria Siempre #2

Tja, wie bereits erwähnt scheint Kuba ein grösseres Problem zu haben. Ok, das sozialistische System schaut zu jedem, der nicht staatskritisch ist. Es gibt Lebensmittel Karten, mit denen die Kubaner sehr günstig Lebensmittel beziehen können. Das Sortiment ist aber sehr begrenzt und die zugteilten Rationen reichen gerade für eine Woche, sagt uns Georges, ein Barmann aus der Calle Obispo. Er hat vor dem Fall der Mauer in der DDR Maschinenbau studiert, ist nach Kuba zurück gekehrt und musste feststellen, dass die Industrie mit dem Fall der Sowjets keine Ingenieure mehr braucht.

Der Staat beschäftigt offenbar viele Kubaner. Überall sind Staatsdienerkinnen und Diener zu sehen. Sie erhalten ihren Lohn in der Landeswährung CUP (kubanische Pesos). Die Währung für Ausländer ist CUC (Pesos Convertibile), dieser ist ca. 25 CUP wert. Oftmals sind Produkte und Dienstleistungen in beiden Währungen angeschrieben und für Kubaner deutlich günstiger in der einheimischen Währung zu erstehen als für Ausländer. Ein System für den „Gebietsschutz“, das glaube ich auch Sinn machen kann.

Der Tourismus hat diesem System nun aber arg zugesetzt. In einem Gespraech mit einem Kubanischen Lehrer erfahre ich, dass ein Arzt im Monat 35 CUC verdient, was ja unglaublich wenig ist. Klar gibt es noch Lebensmittelkarten und so, aber sind wir ehrlich: das ist 2x Mal nichts. Ein Taxi-Chaufeur verdient im Tourismus glattweg 2 bis 3x soviwl an einem Tag. Und wer nocht etwas Cohibas (Zigarren) unter der Hand an Touristen Verkauf holt sich nochmals etwas dazu. Wer will da noch studieren gehen – und das scheint in Kuba ein erhebliches Problem zu sein. Ausbildung in Kuba ist aber gratis und offenbar sind die Universitäten und Hochschulen auch sehr gut. Da wird sich die neue Regierung, die soeben gewaehlt wird, etwas ausdenken muessen.

Weiter erzaehlt mir der Lehrer, dass in La Habana aktuell ein Notstand an Bus-Chaufeueren herrscht. Welcher Chaufeuer will schon zu einem Bruchteil des Lohnes eines Taxi-Drivers die voellig ueberfuellte Bus in der Gegend rum kutschieren. Apropos Bus: Der oeffentliche Bus in der Stadt kostet aauch 2x nix. Wir fahren von unserer Habitation in Stadtteil Vibro fuer 4 Personen fuer 2 CUP ins Yentrum (FAhryeit ca. 20 Min.), mit dem Taxi kostet uns das 75x mehr, naehmlich 6 CUC.

Themenwechsel: Ueberall wo wir hinkommen sind die Leute absolute Fans von Fidel, Roul, Che und Herrn Cienfuego. Ich fage mich immer wieder, wie das bei der aktuellen Wirtschaft und Gesellschaftssituation moeglich ist? Es ist aber natuerlich so, dass Kuba seine Freiheit bis heute bewahren konnte. Fidel und CO haben das Land erfolgreich aus einer langen Zeit der Ausbeute 1959 in die Unabhaengigkeit gefuehrt und kurze Zeit darauf den Amis in der Schweinebucht eine empfindliche NIederlage versetzt.

Mit dem Fall der Berlinermauer und dem Untergang der Sowiets hat Kuba erneut einen massieven Tiefschlag erhalten. Von heute auf Morgen war der grosse Bruder weg, der immer seine schuetzende Hand ueber

Und als dann die Russen daher kamen um ihre Atomracketen zu stationieren, haette das ja um ein Haar den 3. Weltkrieg ausgeloest. Spaeter in den 90ern, als Bush einschneidende Wirtschaftssanktionen gegen Kuba verhaengt hatte, mussten die Kubaner offenbar tief unten durch. (Anm. von Faenki: Ich bin kein Geschichtsprofax. Daher sind die Angaben hier vlleicht nicht so messerscharf. Auch ist mein Spanisch sehr, sehr duerftig.

Internet ist sehr beschränkt verfügbar, bleib dran, hier gehts bald weiter.

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