Es ist unglaublich wie offen, kommunikativ und gastfreundlich die Kubaner sind – und sie sind offenbar Liebhaber von Torten. Auf der Strasse werden wir immer wieder spotan angesprochen. Sei es von Leuten, die am Strassenrand sitzen und einfach dem Treiben zusehen oder sei es, weil wir vor irgend einem Gebäude stehen oder weil wir etwas unsicher unseren Weg gehen.
Vorab in den Touristen-Orten ist das Interesse der Ansprache aber oftmals ein eleganter Versuch, eine Cohiba zu verkaufen, eine Taxifahrt anzudrehen oder sonst ein Geschäft anzubahnen. Urs Löhnert, mein Kollege aus dem Verkauf bei der Nexplore, hätte Freude an soviel Verkaufsgeschick.
Tortengeschichten: Bereits in der ersten Woche in Kuba erleben wir ein wahres Tortenfeuerwerk. Ich empfinde das als Zeichen einer bisher nie erlebten Gastfreundschaft. Am 8. März erleben wir den Frauentag in Kuba und dazu gibt’s Pausentorte in der Schule und für jede Frau zusätzlich eine Rose. Und in der Habitation ist der Geburtstag von Beno Anlass genug, dass unsere Gastfamilie, die Vegas aus Argentinien, eine super feine Torte auffahren, mit Kerze drauf, natürlich.
Ja und die Tortengeschichten gehen noch weiter! Tim hat am 22. März auch noch Geburtstag und wir sind bei Leo eingeladen, einem Bekannten in Pinar del Rio, dem wir zwei alte Smartphones aus der Schweiz überbringen wollen. Wir sind zum Nachtessen bei seiner Tante auf einer Tabakplantage eingeladen. Sorry, falsch gedacht! Nicht in einer Villa mit Eingangsportal und Bediensteten und so. Nein, in einer einfachen «Onkel Thoms Hütte», ohne Glasfenster, ohne fliessend Wasser. Ein Raum zum Wohnen, ein Raum zum Schlafen, ein einfaches Dach, als Wand ein paar Bretter angeschlagen, fertig. Das ganze steht am Rande eines Tabafeldes, etwa so gross wie ein Fussbalfeld, dahinter ein Lagerschuppen (ebenfalls Modell Onkel Tom), wo die geerntenten Tabakblätter drin getrocknet werden.

Eine Torte für Tim
In dieser sehr ungewohnten Szene erleben wir eine unbeschreibliche Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Es wurde extra für das Geburtstagsfest ein Schwein geschlachtet, das wohl den halben Tag auf dem offenen Feuer gegrillt wurde und nun halbiert auf einem Tisch vor uns liegt. Dazu gibt es Gemüse und Früchte. Wir sitzen draussen, alle um das «arme Schwein» herum, das Fleisch wird von Hand herausgezupft und gegessen wir ohne Teller oder Gedeck, einfach von Hand. Und als wir satt sind, werden auch noch die Nachbarn bedient und auch die diversen Hunde und Katzen um uns herum kriegen ihren Teil. Und jetzt kommts: Am Schluss wird eine riesen grosse Torte für das Geburtstagskind serviert.